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Überführung von Verstorbenen

Transport eines Leichnams

Wenn ein nahestehender Angehöriger stirbt, gibt es eine Vielzahl an Arrangements zu organisieren und Behördengängen zu erledigen. Als allerersten Schritt jedoch gilt es, sich um die Überführung des Leichnams zu kümmern.

Ablauf einer Überführung

Nach dem Eintritt des Todes haben Sie bis zu 48 Stunden Zeit, einen Bestatter Ihres Vertrauens mit der Leichenüberführung zu beauftragen. Diese Überführung muss zwingend in einem dafür vorgesehenen Transportfahrzeug, in der Regel also dem Leichenwagen, erfolgen. Ihnen bleibt also aufgrund des vorgegebenen Zeitfensters genügend Zeit, sich in aller Ruhe zu Hause vom Verstorbenen zu verabschieden.

Der Leichnam wird in einem Sarg zunächst in einen Kühlraum gebracht und dann entweder in ein Krematorium zur Einäscherung oder danach direkt zum Beisetzungsort gebracht. Die Überführung erfolgt zunächst in einem gewöhnlichen Sarg. Haben Sie sich für eine Erdbestattung entschieden, können Sie sich später im Gespräch mit dem Mitarbeiter des Bestattungshauses für einen anderen, vielleicht hochwertigeren Sarg entscheiden. Für einen Sarg müssen Sie je nach Holzart Kosten zwischen 1.000 und 10.000 Euro veranschlagen. Wird der Verstorbene ins Krematorium oder auf einen Friedhof gebracht, handelt es sich um eine innerörtliche Überführung.

Überführung eines Leichnams aus dem Ausland

Ganz andere Bedingungen gelten, wenn ein Familienmitglied im Ausland verstorben ist. Klar, dass Sie Ihren Angehörigen in seinem Heimatland beerdigen möchten. Bei solch einer Überführung kommt stets ein sogenannter Überführungssarg zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um einen ganz speziellen Sarg. Dieser muss nicht nur undurchlässig, sondern auch aus einem saugfähigen Material gefertigt sein. Es handelt sich um einen mindestens zwei Zentimeter starken Sarg aus Holz, in welchem sich ein verlöteter Zinkeinsatz befindet.

Da Sie zahlreiche weitere Dokumente benötigen, ist eine Überführung aus dem Ausland meist mit hohen Kosten verbunden. Unter anderem müssen Sie beim zuständigen Standesamt einen Leichenpass in mehrsprachiger Ausfertigung beantragen. Die Kosten hierfür variieren zwischen 20 und 120 Euro.

Zusätzlich benötigen Sie natürlich ebenso wie bei einem Todesfall in Österreich einen von einem Arzt ausgestellten Totenschein sowie die Sterbeurkunde. Weiterhin müssen Sie auch eine Bescheinigung vorlegen können, welche das ordnungsgemäße Einsargen des Leichnams bescheinigt. Zudem kann es vorkommen, dass ein ärztliches Attest verlangt wird, welches aussagt, dass vom Leichnam keine gesundheitlichen Risiken ausgehen. Solch eine Bescheinigung erhalten Sie entweder vom Krankenhaus, in welchem der Verstorbene aufgenommen wurde oder auch vom Gesundheitsamt oder der Gerichtsmedizin.

Eine Auslandsüberführung zurück nach Österreich wird in der Regel von einem Bestatter im Urlaubsland in Zusammenarbeit mit einem österreichischen Bestatter durchgeführt. Sie selbst können Ihre Angehörigen absichern, indem Sie vor Antritt Ihrer Reise eine Reiseversicherung abschließen, welche die Überführung beinhaltet. Liegt keine solche Versicherung vor, müssen Ihre Angehörigen die Kosten komplett selbst übernehmen. Können Sie die Kosten für die Überführung nicht begleichen, wird in der Regel eine Sozialbestattung vor Ort durchgeführt.

Die Auslandsüberführung

Auf der anderen Seite kann es natürlich genauso passieren, dass ein ausländischer Staatsbürger in Österreich verstirbt und in sein Heimatland rücküberführt werden muss. Auch in diesem Fall wird ein mehrsprachiger Leichenpass benötigt. Die eigentliche Auslandsüberführung kann mit dem Kraftfahrzeig ebenso wie mit der Eisenbahn geschehen. Ebenfalls möglich ist eine Überführung auf dem Luft- oder Seeweg. Sowohl bei einer Beförderung mit dem Flugzeug als auch mit der Bahn, darf nicht ersichtlich sein, dass es sich um einen Sarg handelt. Die Verpackung muss also neutral sein, häufig wird eine sogenannte “Flugkiste” verwendet.

Welche Dokumente im Einzelnen benötigt werden, hängt vom jeweiligen Zielland ab. Grundlage aller Überführungen ist das im Jahr 1958 in Kraft getretene “Europäische Übereinkommen über die Leichenbeförderung” sowie das “Internationale Abkommen über Leichenbeförderung” aus dem Jahr 1937. Schwierig wird es dann, wenn die Überführung in ein Land erfolgt, welches diesem Abkommen nicht beigetreten ist. Da die USA beispielsweise nicht Mitglied ist, müssen Leichen, die in die USA überführt werden, zunächst einbalsamiert werden. Handelt es sich um einen Verstorbenen mit jüdischem Glauben, muss dieser für die Leichenüberführung sogar auf Trockeneis gelagert werden.

Die Kosten für eine Leichenüberführung

Muss ein Verstorbener in sein Heimatland überführt werden, können die Kosten dafür sehr unterschiedlich ausfallen. Eine Auslandsüberführung in die Türkei ist mit Kosten von etwa 3.000 Euro recht günstig, während eine Leichenüberführung auf die Inselwelt der Philippinen locker das Doppelte kosten kann.

Sehr viel geringer fallen die Kosten aus, wenn die Leiche nicht in einem Überführungssarg transportiert wird, sondern bereits eine Einäscherung erfolgt ist. Die Überführung einer Urne ist nicht nur kostengünstiger, auch ist sie mit deutlich weniger Bürokratismus verbunden. Für Urnen gibt es zudem keinen vorgeschriebenen Transportweg, sodass diese unter Umständen sogar mit dem Paketdienst versandt werden können. Sie sollten jedoch nicht unbedingt vom Kostenfaktor ausgehen, denn gerade bei einem Unfall im Ausland kann es für Ihre Trauerarbeit wichtig sein, sich von dem Verstorbenen zu verabschieden.

Sollten Sie selbst einmal in die unschöne Lage kommen, sich um eine Leichenüberführung kümmern zu müssen, holen Sie sich auf jeden Fall Rat bei einem Bestattungsunternehmen. Bestatter wissen genau, was alles zu beachten ist und welche Dokumente benötigt werden.

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