mymoria
© shutterstock.com/ruslanguzov

Sozialbestattung

Übernahme der Begräbniskosten durch den Staat

Sind die Hinterbliebenen nicht in der Lage die Kosten einer Bestattung aufzubringen, werden die Kosten vom österreichischen Staat übernommen. Doch welche Voraussetzungen müssen für eine Sozialbestattung erfüllt sein?

Die Kosten einer Bestattung können im österreichischem Bundesgebiet sehr schnell einen Betrag von mehreren Tausend Euro erreichen. Was übernimmt der Staat und was nicht? Welche Bestattungsarten sind dabei in Österreich überhaupt möglich? All diese Fragen stellen sich bei einer Sozialbestattung.

Was ist eine Sozialbestattung?

Im Volksmund ist neben diesem Begriff auch das Wort Armenbestattung gebräuchlich. Man spricht von einer solchen Sozialbestattung, wenn die Hinterbliebenen des Verstorbenen nicht die notwendigen finanziellen Ressourcen für eine herkömmliche Bestattung aufbringen können. In Österreich besteht aber die sogenannte Bestattungspflicht: Verstorbene Personen müssen eine angemessene Bestattung erhalten. Die Verantwortung wird dabei meist den Erben übertragen, die sich um den Ablauf und die Finanzierung kümmern müssen. Die dabei entstehenden Kosten erreichen aber schnell mehrere Tausend Euro und nicht jeder kann diese Kosten auch selbst tragen.

Sind bei den Hinterbliebenen nicht ausreichend finanzielle Mittel vorhanden, übernimmt die Gemeinde oder das Land diese Kosten und es kommt zu einer Armenbestattung bzw. Sozialbestattung. Dabei werden sämtliche entstehende Kosten der Beerdigung übernommen, dazu gehören unter anderem Gebühren für Sargträger, Trauerredner, Kremationsgebühren und Friedhofsgebühren. Nicht enthalten sind dabei aber Gelder für die dauerhafte Grabpflege oder Kondolenzanzeigen. Diese müssen von den Hinterbliebenen selbst beglichen werden. Genauso betrifft das die Kosten für Abschiedsfeierlichkeiten. Finanzielle Mittel für das gemeinsame Abschiednehmen im Rahmen einer Trauerfeier werden nicht erstattet, weder Speisen und Getränke für den Leichenschmaus noch die Kosten für Räumlichkeiten an sich werden übernommen.

Wer hat Anspruch auf eine Sozialbestattung?

Aufgrund der Bestattungspflicht hat jeder Verstorbene ein Anrecht auf eine Beerdigung. Sollten die Hinterbliebenen nicht für die Bestattung aufkommen können oder wollen, kommt es zur Sozialbestattung. Allerdings ist dies nur der Fall, wenn die Kosten nicht über die Hinterlassenschaft der verstorbenen Person bezahlt werden können. Die finanziellen Mittel werden dann vom Land oder der Gemeinde getragen.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür sind in den Bestattungsgesetzen der Bundesländer festgelegt. Der korrekte Name der Armenbestattung lautet übrigens „Begräbnis auf Anordnung der Sanitätsbehörde“ und diese Bestattung betrifft nicht ausschließlich ärmere Personen – sollten keine Hinterbliebenen ausgemacht werden können, kommt es ebenfalls zu einer Sozialbestattung.

Welche Bestattungsarten sind bei Sozialbestattungen möglich?

Wie auch bei anderen Bestattungen gibt es mehrere Möglichkeiten. So sind neben der Erdbestattung auch die Feuer- und Seebestattung eine Option. Der Verstorbene hat dabei die Möglichkeit, die gewünschte Bestattungsart testamentarisch festzuhalten. Tut er das nicht, so liegt die Entscheidung über die gewählte Bestattungsart beim Auftraggeber der Bestattung. Im Normalfall also bei den Hinterbliebenen, bei Sozialbestattungen beim Land oder der Gemeinde. Gerade bei Armenbestattungen spielen die entstehenden Kosten für Gemeinde und Länder aber auch eine Rolle, weshalb hier zu einem großen Teil Feuerbestattungen gewählt werden. Die angebotenen Dienstleistungen werden dabei auf ein Mindestmaß reduziert, um die Kosten möglichst niedrig zu halten. Daher sind Sozialbestattungen im Vergleich zu herkömmlichen Beerdigungen auch deutlich kleiner und kürzer in ihrer Ausführung.

Wie ist der Ablauf bei Sozialbestattungen?

Für Armenbestattungen gibt es in Österreich keine einheitlichen Regelungen. Sie werden von den neun Bundesländern individuell gehandhabt. Daraus ergeben sich auch unterschiedliche Fristen und Bestimmungen für Sozialbestattungen. Gleich ist dabei allen Bundesländern, dass der Leichnam dem Bestattungsunternehmen übergeben wird, das sich um die weitere Pflege und Aufbewahrung des Verstorbenen bis zum Begräbnis kümmert. Die Gemeinde oder das Land holt sich anschließend Angebote für die Bestattung ein und erteilt somit den günstigsten Auftrag, der ihnen angeboten wurde. Die kostensparendste Methode wird dabei bevorzugt und das bedeutet für Sozialbestattungen in vielen Fällen eine anonyme Feuerbestattung.

Auch der Ablauf der Sozialbestattung ist normalerweise aus Kostengründen sehr schlicht gehalten. Ein zur Verfügung gestellter Geistlicher hält eine Trauerrede und nach kurzen gemeinsamen Gebeten wird der Verstorbene beerdigt. An sein Grab wird für die Dauer von zehn Jahren ein Holzkreuz mit Namensinschrift befestigt. In dieser Zeitspanne haben Hinterbliebene weiterhin die Möglichkeit, den Verstorbenen in ein gemeinsames Familiengrab oder an einen anderen Platz zu verlegen, jedoch nur dann, wenn sie die angefallenen Kosten der Armenbestattung nachträglich übernehmen.

Wie kann eine Sozialbestattung verhindert werden?

Es gibt auch die Möglichkeit, die Kosten der Bestattung nicht an die Erben weiterzugeben und somit auch eine Armenbestattung zu verhindern. Mithilfe einer Bestattungsvorsorge können sich Personen vor einem solchen Szenario schützen, indem sie bereits zu Lebzeiten für den Sterbefall vorsorgen. In dieser Bestattungsvorsorge kann auch die gewünschte Bestattungsart festgehalten werden. Diese Wünsche werden in den meisten Fällen auch nach bestem Wissen umgesetzt, aber nicht garantiert. Das hängt mit den finanziellen Voraussetzungen zusammen, aber auch damit, ob die Erben von einer solchen Vereinbarung überhaupt in Kenntnis gesetzt wurden. Eine offene Kommunikation über die eigene Bestattungsvorsorge kann den Hinterbliebenen im Ernstfall Kosten und Mühen ersparen und eine Sozialbestattung verhindern.

Aeternitas e.V.
Trusted Shops GmbH
mymoria.de wurde mit dem Trusted Shops Gütesiegel zertifiziert.
Erfolgsfaktor Familie
Wir sind im Einsatz für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Respektvoll. Ehrlich. Zuverlässig.
© 2018 mymoria GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
GooglePlusFacebookYouTube
  • Newsletter