mymoria
© shutterstock.com/ruslanguzov

Feuerbestattung

Kremation des Leichnams

Die Feuerbestattung spielt in Österreich eine immer größere Rolle, da die Gräber pflegeleichter und die Gestaltungsmöglichkeiten individueller sind als bei der Erdbestattung. Erfahren Sie hier mehr über die gesetzlichen Vorgaben und die Kosten.

Viele Menschen entscheiden sich heute schon zu Lebzeiten für die Art ihres dereinstigen Begräbnisses. Sie möchten ihren Hinterbliebenen “nicht zur Last fallen” und alle Angelegenheiten schon im Vorfeld geregelt wissen. Dass die Feuerbestattung bzw. die Kremation in Österreich eine immer größere Rolle spielt, hängt auch mit der Tatsache zusammen, dass die Gräber pflegeleichter und die Gestaltungsmöglichkeiten individueller sind als bei der Erdbestattung. Erfahren Sie hier mehr über die gesetzlichen Vorgaben, die Kosten, den Ablauf sowie die Beisetzungsmöglichkeiten der menschlichen Überreste nach der Einäscherung.

Voraussetzungen für eine Feuerbestattung

Grundsätzlich kann sich jeder Österreicher für eine Feuerbestattung entscheiden bzw. als bestattungspflichtiger Angehöriger die Einäscherung eines Verstorbenen beauftragen. Voraussetzung ist, dass der Tod ohne Zweifel natürlich eingetreten ist oder die Todesursache eindeutig geklärt ist. Um den Wunsch des Verstorbenen nach einer Kremation eindeutig nachzuweisen, ist eine schriftliche Willensbekundung notwendig, die er oder sie zu Lebzeiten verfasst hat. Liegt eine solche Willensbekundung nicht vor, kann durch eine Kremationsverfügung von einem Angehörigen bekundet werden, dass eine Einäscherung der ausdrückliche Wille des Verstorbenen war.

Was passiert im Krematorium? Ablauf einer Einäscherung

Nachdem Sie den Bestatter Ihres Vertrauens gefunden haben, wird dieser Sie eingehend über die verschiedenen Möglichkeiten und Bestattungsarten aufklären. Ist die Entscheidung auf eine Feuerbestattung gefallen und sind alle Formalitäten (Willensbekundung, Feststellung der Todesart) erledigt, wird der Verstorbene im Sarg zum Krematorium überführt. Dort wird später die Kremierung stattfinden. Um eine spätere Verwechslung der Särge und der Verstorbenen auszuschließen, werden die Daten im Computer aufgenommen und eine Einäscherungsnummer festgelegt. Diese Nummer findet sich später im Sarg auf einem Schamottstein wieder, der aus feuerfestem Material besteht. Er verbleibt während des gesamten Vorgangs beim Verstorbenen und wird schließlich der Urne beigelegt.

Bevor die Kremierung durchgeführt wird, muss der Verstorbene noch einmal amtsärztlich untersucht werden. Das nennt man die zweite Leichenbeschauung, die dazu dient, ein Verbrechen oder eine andere unnatürliche Todesart auszuschließen. Erst nach Freigabe durch den Amtsarzt kann die Einäscherung beginnen.

Warum wird zur Kremation ein Sarg benötigt?

Die Kremierung des Verstorbenen erfolgt in der Einäscherungskammer. Ein Sarg ist deshalb nötig, weil er beim Kremationsvorgang die Temperatur hält und dafür sorgt, dass der Körper vollständig verbrennt. Die Kremierung dauert etwa zwei Stunden. Im Anschluss werden Asche und Schamottstein in eine Aschenkapsel gefüllt und solange im Krematorium aufbewahrt, bis sie vom Bestatter zu Beisetzung abgeholt wird.

Einäscherung und Bestattung – in der Natur, auf See oder doch auf dem Friedhof?

Die Feuerbestattung ist Ausgangspunkt für eine Reihe von Bestattungsarten. Neben dem Begräbnis auf dem Friedhof in einem Urnengrab, einer Urnennische oder einem Kolumbarium kann die Asche des Verstorbenen verstreut werden oder in der Nordsee bzw. in der Donau bestattet werden. Eine relativ neue Begräbnisart ist die Naturbestattung: Die Urne kann entweder am Fuße eines Baumes in einem dafür vorgesehenen Wald oder auf einer Bergwiese beigesetzt werden. Die Verarbeitung eines Teils der Asche zu Diamanten oder das Abfüllen ist umstritten, aber dennoch gefragt und im Angebot einiger Bestattungsunternehmer zu finden.

Feuerbestattung und Trauerfeier – die Möglichkeiten vor und nach der Kremation

Nicht nur die Wahl des Ortes der letzten Ruhe, sondern auch die Gestaltung der Trauerfeier ist bei der Feuerbestattung äußerst vielfältig. Angehörige und Trauergäste haben zum einen die Möglichkeit, sich in einem Trauergottesdienst oder einer Trauerfeier am Sarg von ihrem Verstorbenen zu verabschieden. Anschließend erfolgt dann die Überführung zum Krematorium. Meist verbleibt der Sarg dann in der Kirche bzw. Trauerhalle am Friedhof, bis die Trauernden den Ort verlassen. Oder sie begleiten den Sarg prozessionsartig zum Bestattungswagen, in dem er dann zum Krematorium überführt wird. Alternativ kann eine Trauerfeier auch an der Urne stattfinden mit anschließendem Begräbnis auf dem Friedhof, an einem Baum, auf einer Bergwiese oder anschließender Verstreuung der Asche oder das Herablassen der Urne an der See. Manche Trauernden können sich leichter vom Verstorbenen im Sarg verabschieden, weil ihnen eine Urne zu abstrakt vorkommt. Andere brauchen das Ritual der Beisetzung nach der Trauerfeier.

Was kostet eine Feuerbestattung?

Eine Feuerbestattung ist in der Regel etwas günstiger als eine Erdbestattung, auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt bzw. Möglichkeiten, eine Erdbestattung günstig zu gestalten. Im Hinblick auf die entstehenden Kosten der Grabpflege ist ein Urnengrab in jedem Fall günstiger und auch weniger aufwendig als ein Erdgrab.

Viele Menschen vergessen bei ihrer Kalkulation aber, dass auch bei einer Kremierung ein Sarg benötigt wird, eine Schmuckurne und auch die Formalitäten etwas kostenintensiver sind. Hinzu kommen ein zweite Leichenbeschauung, die Kremierung an sich sowie mindestens eine Überführung mehr – nämlich die zum Krematorium – als bei einer Erdbestattung.

Alles in allem hängen die Kosten einer Bestattung von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von den Wünschen und Vorstellungen der Hinterbliebenen.

Aeternitas e.V.
Trusted Shops GmbH
mymoria.de wurde mit dem Trusted Shops Gütesiegel zertifiziert.
Erfolgsfaktor Familie
Wir sind im Einsatz für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Respektvoll. Ehrlich. Zuverlässig.
© 2018 mymoria GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
GooglePlusFacebookYouTube
  • Newsletter