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Bestattung in Österreich

Vom Ablauf einer Beisetzung bis zu den Aufgaben des Bestatters

Verstirbt ein geliebter Mensch, bricht eine Welt zusammen. Trotzdem muss für die Bestattung des lieben Verstorbenen vieles organisiert werden. Rituale und Abläufe machen es den Trauernden oft leichter. Doch wie sieht ein Begräbnis in Österreich aus?

Ablauf einer Bestattung in Österreich

Häufig haben Bestattungen immer den gleichen Ablauf, der aber auch einen gewissen persönlichen Gestaltungsfreiraum für die Angehörigen zulässt. Die Trauerfeier, das kann ein katholischer Wortgottesdienst sein oder begleitet durch eine weltliche Traueransprache, findet zumeist am Sarg in der Kirche oder Friedhofshalle statt. Bei einer Feuerbestattung kann die Feier ebenfalls vor der Kremation am Sarg oder hinterher an der Urne mit anschließender Beisetzung stattfinden. Die Auswahl der Musik, Fürbitten und auch die Gebete am Grab können durch die Hinterbliebenen persönlich gestaltet werden, wenn sie sich dazu in der Lage fühlen. Eine Bestattung einer anderen Religion wird entsprechend den Riten der Religionsgemeinschaft abgehalten. Freie Trauerfeiern orientieren sich häufig am Ablauf einer kirchlichen Beerdigung.

Bestattungsarten in Österreich

In Österreich werden die Verstorbenen gleichermaßen im Sarg wie in der Urne bestattet. In der Regel findet das Begräbnis auf dem Friedhof statt, in einem Erdbestattungsgrab oder einem Urnengrab. Aber auch alternative Bestattungsformen finden mehr und mehr Aufmerksamkeit in der Begräbniskultur Österreichs. So kann die Feuerbestattung Grundlage für Natur- und Seebestattungen sowie für die Verstreuung der Asche sein.

Die Aufgaben des Bestatters

Die Aufgaben des Bestatters rund um ein Begräbnis sind sehr vielfältig. Ziel ist es, den trauernden Hinterbliebenen so viele lästige Formalitäten abzunehmen, wie möglich. Dazu gehören:

  • Beurkundung des Sterbefalls am Standesamt
  • Beschaffung aller nötigen Dokumente
  • Organisation der Bestattung: Termine vereinbaren mit Pfarrer oder Redner, Friedhof, Kirche und Gärtnerei; Musik planen/ggf. Musiker engagieren; für Blumen, Kerzen und weitere Dekoelemente sorgen; Sargträger organisieren

Darüber hinaus kümmert sich der Bestatter um die Überführung des Verstorbenen vom Sterbeort zum Friedhof/Bestattungsunternehmen und ggf. zum Krematorium. Grundsätzlich wird jeder Verstorbene hygienisch versorgt, das heißt, entkleidet, gewaschen und angezogen. Wenn die Angehörigen sich am offenen Sarg oder zu Hause von dem Verstorbenen verabschieden möchten, dann werden zuvor Körperöffnungen verschlossen. Je nach Zustand können auch Totenflecken entfernt und Wunden versorgt werden. Letzteres fällt aber eher in den Bereich des Thanatopraktikers und wird auch noch nicht überall durchgeführt.

Abschied am offenen Sarg – ja oder nein?

In der Regel haben die trauernden Familien die Möglichkeit, sich vor der Beisetzung von ihrem Verstorbenen am geöffneten Sarg zu verabschieden. Einem Toten ins Gesicht zu blicken, ihn ein letztes Mal zu berühren – das ist eine sehr emotionale Angelegenheit und ganz sicher ein schwerer Schritt. Für die Verarbeitung des Todesfalls ist die sogenannte “offene Aufbahrung” aber von großer Bedeutung. Das Begreifen des Todes, die Kälte und Stille kann helfen, die Endlichkeit anzunehmen. Ein letztes Gespräch, ein letzter Blick, eine letzte Berührung – das sind Erfahrungen, die in Erinnerung bleiben und das Gefühl vermitteln, dass der Verstorbene in guten Händen ist.

Nicht immer ist eine offene Aufbahrung möglich. Wir haben heute viele Möglichkeiten, die Toten so herzurichten, wie sie zu Lebzeiten aussahen. Ein Unfall oder ein Unglück kann aber einen Menschen so erheblich entstellen, dass es in manchen Fällen besser ist, ihn so in Erinnerung zu behalten, wie er gelebt hat.

Beisetzung und Leichenschmaus

Die Beisetzung oder Bestattung des Verstorbenen ist häufig ein einschneidendes Erlebnis für die Trauernden, aber auf keinen Fall das Ende der Trauerzeit. Häufig markiert die Beisetzung eher den Beginn der Trauer. Loslassen und durchatmen ist meist erst dann möglich, wenn die organisatorischen Dinge erledigt sind. Im Anschluss an die Bestattung ist es üblich und auch sehr wohltuend, mit den Trauergästen beim Leichenschmaus zusammenzusitzen. Dort wird Kaffee getrunken und je nach Tageszeit werden Brötchen oder Kuchen gegessen. In Gesellschaft kann der Verstorbene noch einmal “zum Leben erweckt” werden. Geschichten und Erinnerungen werden ausgetauscht. Es darf geweint, aber auch gelacht werden. Das Trauercafé findet entweder zu Hause bei der Familie des Verstorbenen statt oder in einem Gasthaus nahe dem Friedhof.

Eine Bestattung kostet den trauernden Angehörigen viel Kraft. Sie brauchen Unterstützung nicht nur vom Bestattungsunternehmen, sondern auch vom Pfarrer, von Freunden, Nachbarn und Verwandten. Die Organisation einer Beisetzung kann aber auch ein Teil aktiver Trauerarbeit sein, in der noch einmal ein letzter Dienst am Verstorbenen getan wird. Aktiv zu werden, sich abzulenken – das kann für jede Menge Kraft und Energie sorgen, die man gerade in der ersten Zeit nach einem Todesfall benötigt.

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